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dm-drogerie markt

Foto: Szene aus "Der Ozeanflug"
Start ins Berufsleben
Junge Menschen erfahren die ersten Schritte ins Berufleben als eine bewegende Zeit. Sie stellen Gewohntes in Frage und begegnen Neuem. Der Drogeriefilialist dm-drogerie markt begleitet und fördert die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Lehrlinge durch ein ungewöhnliches und vielfach prämiertes Ausbildungskonzept. Bei „Abenteuer Kultur“ werden junge Menschen zum Theaterspielen aufgefordert.
Was aber hat Kunst mit einer Drogeriefiliale zu tun? Hinter dem Projekt von dm-drogerie markt steckt das Ziel, Lehrlinge zu mehr Ausdruck, Kundenorientierung und Eigeninitiative zu führen. Ihre Erfahrungen können die jungen Leute für sich und für ihre Arbeit nutzen.
"Die Kultur darf nicht das Sahnehäubchen auf dem harten Geschäft sein. Die Arbeit im Unternehmen muss selbst zur Kultur werden. Sie sollte den Mitarbeitern die Gelegenheit bieten, sie als für ihr Leben sinnvoll zu erfahren, indem sie die Arbeit zum Ort eigener biografischer Entwicklung macht,“ so das Credo des Konzernchefs Götz Werner. Nicht umsonst wurde der bekennende Anthroposoph mit dem Fairnesspreis für seinen Unternehmensstil und dem Initiativpreis Aus- und Weiterbildung 2004 ausgezeichnet.

Foto: Pantomimische Darstellung einer Pappel
Das Unbekannte ist das Abenteuer
Als Kontrast neben dem schulischen und betrieblichen Alltag erwartet die dm-Lehrlinge die fremde Welt der Bühnenbretter. „Für die meisten jungen Menschen ist Theater spielen etwas Unbekanntes und eine Herausforderung, ein Risiko einzugehen, ohne genau zu wissen, wo das Ganze endet“, erzählt die Künstlerin Petra Wolko. Sie begleitet dm-Lehrlinge bereits seit der Einführung von „Abenteuer Kultur“ im Jahr 2001. „Ein solches Projekt ist nicht planbar“, fügt sie hinzu. „Jeder Teilnehmer steht in seiner Biografie an einem anderen Punkt. Jeder hat seine eigenen Grenzen zu überwinden.“
Der Baustein „Abenteuer Kultur“ findet während der Ausbildung zwei Mal für jeden dm-Lehrling verbindlich statt. Ein Workshop dauert acht Tage und verteilt sich idealerweise über einen Zeitraum von acht Wochen. Mehr als ein Dutzend Teilnehmer aus unterschiedlichen Lehrberufen kommen im Schnitt in einer bunt gemischten Gruppe zusammen.

Foto: Gruppenübungen und...
Auf die anfängliche Skepsis müssen die Workshopleiter mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl eingehen, doch wenn die ersten Ängste überwunden sind, entdecken die Lehrlinge neue Seiten an sich selbst und lernen in der Gruppe zu arbeiten. „Am Anfang fragt man sich: Was mache ich eigentlich hier? Doch dann erschließt sich einem der Sinn des Ganzen – das ist ein gutes Gefühl,“ meint Sebastian Ebner, angehender Drogist aus Weimar.
Hohe Kreativität und Einsatzbereitschaft
In den Workshops erhalten die jungen Leute Einblicke in das Theaterhandwerk. Dadurch, dass die Lehrlinge ihr eigenes Stück auf die Bühne bringen, werden sie gefordert. Sie erarbeiten selbst die Themen aus der Antike oder Gegenwart, die sie darstellen wollen, und werden dabei von professionellen Schauspielern, Regisseuren und Theaterpädagogen unterstützt. Jeder Teilnehmer wird ermutigt, sich einzubringen und auf das Rollenspiel einzulassen. „Die Lehrlinge wollen ernst genommen werden“, erläutert die Theaterpädagogin Nina de la Chevallerie. „Sie müssen spüren, dass es um sie geht.“

Foto: ...Paarübungen
Die Profis geben den jungen Menschen Tipps, wie sie sich auf der Bühne selbstsicher bewegen. Übungen helfen den Lehrlingen, aus sich herauszugehen, konkrete Aufgaben zu erkennen und selbst zu strukturieren. Schon nach einer kurzen Anlaufphase fangen die Ideen an zu sprudeln und sie entdecken so manch verborgenes Talent. Aber nicht nur das Bühnenbild, sondern auch die Kostüme und das Programmheft gestalten die Lehrlinge selbst.
Es ist ein großes Herz, das klopft
dm-Lehrling Martin Theis verkörperte in einem selbst entwickelten Stück zu den sieben Todsünden den „Zorn“.

„Den Text habe ich mit einer Kollegin recherchiert und selbst zusammengestellt“, berichtet der 22-Jährige. Das Lampenfieber war für ihn dabei die größte Herausforderung: „Ich habe schon einmal Abenteuer Kultur mitgemacht, aber als lustige Figur. Dieses Mal war es eine schwere Rolle“. Bei der Aufführung vor Kollegen, Freunden und Verwandten hielt er einen langen, wortgewaltigen Monolog als RAF-Terrorist. Die aggressive und fluchende Rolle habe ihn viel Überwindung gekostet, aber wenn der Vorhang fällt und das Lampenfieber wieder sinkt, kann jeder Teilnehmer auf sich und die gesamte Gruppe stolz sein.
Das Einzigartige des Theatererlebnisses heben die Betreuer hervor. „Die Wertschätzung durch die Besucher, die oft auch erst später im Berufs- oder Alltagsleben in Erscheinung tritt, nimmt großen Einfluss auf die Entwicklung der Jugendlichen“, weiß Petra Wolko. „Die Zuschauer sehen keine Menschen, die einfach nur eine Rolle vortragen“, ergänzt Nina de la Chevallerie. „Innerhalb von acht Tagen entwickeln die Lehrlinge ein Gesamtkunstwerk, das eine außerordentliche Lebendigkeit, Dynamik und auch Professionalität ausstrahlt.“ Kurz vor der Premiere sei das Gemeinschaftsgefühl besonders stark: „Die Lehrlinge wissen, dass sie Teil des Ganzen sind: Es klappt nur, wenn alle zusammenarbeiten. Zwischen Generalprobe und Präsentation ist es ein großes Herz, das klopft.“
Rückblicke und Ausblicke
Am Ende des Projektes blicken die Akteure auf eine spannende und intensive Zeit zurück. Sie haben künstlerische Ausdrucksformen entdeckt und auch neue Bekanntschaften geschlossen. Besonders prägend sind aber die persönlichen Entwicklungen. „Wir haben im Laufe der Workshop-Tage gelernt, mit Kritik umzugehen und selbst konstruktiv Kritik zu üben. Ich kann mich durch Abenteuer Kultur besser in andere Menschen und Situationen hineinversetzen,“ meint Sandra Lerschmacher aus Bad Bergzabern. Und Tino Gaulke aus Halle fügt hinzu: „Es hat schon Überwindung gekostet, sich auch mal anders als normal zu verhalten. Man wächst aber über sich hinaus und stärkt den Glauben an sich selbst und an die Gruppe.“

Foto: Spot an für die Auszubildenden
Dass diese einzigartige Kombination aus dm-Unternehmensphilosophie und Lebenssituation der Jugendlichen sich auch auf die Arbeit positiv auswirkt, bestätigt Lehrling Emis Birdogan aus München: „Bei der Beschäftigung mit einem Theaterstück braucht man sehr viel Konzentration und Disziplin. Das benötigt man auch für die Arbeit in der Filiale.“ Aber nicht nur Struktur, sondern auch Freiräume sind im Arbeitsalltag gefragt, weiß dm-Lehrling Ramona Rath: „Bei Abenteuer Kultur habe ich gelernt, zu improvisieren. Nicht nur für die Bühne, sondern auch für den Alltag.“ Besonders viel bewirkt hat bei Marvin Galonska, BA-Student in der Fachrichtung Handel, das freie Artikulieren vor vielen Leuten: „Mir persönlich hat der Theaterworkshop geholfen, unbefangener und offener auf andere Menschen zuzugehen. Für den Kundenkontakt in der Filiale ist das nur von Vorteil."

Foto: Szene aus "Der Ozeanflug"
Das Projekt hat in den Köpfen Raum gefunden
„Abenteuer Kultur“ ist eine von drei Säulen im Ausbildungskonzept von dm-drogerie markt. Neben einem Berufsschulunterricht mit praxisnahen Fächern ist das Prinzip „Lernen in der Arbeit“ – LidA – ein weiterer Ausbildungsbestandteil. Nach dem Motto „Fördern durch Fordern“ lernen die Auszubildenden anhand realer Aufgaben im Filialalltag. „Findet der Lehrling einen Lösungsweg selbst, bekommt seine, wenn auch noch so kleine Aufgabe, einen Sinn“, erläutert Helga Weiß, Leiterin des Bereichs Ausbildung bei dm. „Würden junge Mitarbeiter nur die Anweisungen ihres Ausbilders befolgen, wäre die Chance zu lernen und sich zu entwickeln gering.“
Der beachtliche wirtschaftliche Erfolg von dm spricht für die Unternehmensphilosophie, die auf Individualität und Verantwortung setzt. Seit Öffnung der ersten Filiale im Jahre 1973 hat dm noch nie Verluste geschrieben und sich zu einem der umsatzstärksten Unternehmen sowie einem der größten Arbeitsplatzbeschaffer in Deutschland entwickelt. Im Ausbildungsjahr 2005/2006 bot der Konzern rund 600 neue Ausbildungsplätze in elf Ausbildungsberufen an, vom Drogisten über den Fachinformatiker bis zur Fachkraft für Lagerlogistik.
Durch die Expansion von dm-drogerie markt wächst die Anzahl der Lehrlinge und Workshops von Jahr zu Jahr, die auch bei den Jugendlichen zunehmend Anklang finden. Für Helga Weiß sind Künstler mit Erfahrungen in der Jugendarbeit für das Projekt daher immer willkommen: „Wir suchen Menschen, die es ermöglichen, dass unsere Lehrlinge nicht durch äußeres Training selbstbewusster erscheinen, sondern von Innen heraus ein Bewusstsein für sich selbst entwickeln.“
Vorhang auf für….
Alle Informationen zur Ausbildung bei dm-drogerie markt sowie offene Ausbildungsplätze gibt es im Internet unter www.dm-drogeriemarkt.de. Auch das Team der Ausbildungshotline beantwortet unter 0800 3658633 Fragen zur dm-Ausbildung.
Quelle: Infobroschüre dm-drogerie markt
Anschrift der Firmenzentrale:
dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
Carl-Metz-Str. 1
76185 Karlsruhe
Postfach 10 02 33
76232 Karlsruhe
Internet: www.dm-drogeriemarkt.de
Weitere Informationen zum Ausbildungsangebot von dm-drogerie markt gibt es auch in der Datenbank von AusbildungPlus unter dem Firmennamen „dm-drogerie markt“.